Urlaubsbegegnung im bayrischen Wald

Ihren Augen wollte Cilly K. nicht trauen, als sie sich im Urlaub im bayrischen Wald am Bankautomaten mit etwas Bargeld versorgen wollte. Es war schon dämmerig, als sie den Vorraum der Bank betrat. Zunächst bemerkte sie das eigenartige Tier gar nicht. Während sie auf die Ausgabe der angeforderten Geldscheine wartete, hörte sie plötzlich lautes Schnaufen. Sie erschrak und drehte sich um. Es war niemand zu sehen. Doch da war es wieder: “hapüü hapüü hapüü pfff”. Es hörte sich ein bisschen an wie ein dicker Igel im Herbst, berichtete Cilly K..

Dann begann sie sich genauer umzusehen. Was sie dann erblickte, mochte sie kaum glauben. Auf dem Auszugsdrucker sass auf einem “Nest” aus zusammengescharrten Papieren ein leibhaftiger junger Wolpertinger. Dieser riss ebenfalls die Augen auf, starrte Cilly K. einige Sekunden lang an und sprang dann auf den Boden. Ein anderer Kunde öffnete gerade die Tür und schwupp, war der Wolpi draußen. “Was war denn das? Sie haben aber einen komischen Hund”, meinte der neue Kunde. “Das war kein Hund, sondern ein Wolpertinger”, bekam er zur Antwort. Die Reaktion kann man sich vorstellen.

Das Ereignis ließ dem Ehemann von Cilly K., Peter K., keine Ruhe und gleich am Montag begab er sich zur Bank und erzählte dort das Erlebnis seiner Frau. Man schaute ihn nur mitleidig an und bezichtigte ihn des übermässigen Genuss von Bärwurz (Anm. d. Redaktion: im bayrischen Wald weit verbreitetes Heilmittel auf Alkoholbasis). “Aber sie haben doch eine Überwachungskamera”, blieb Peter K. beharrlich, “da muss man doch sehen können, was los war.” Der Film in der Überwachungskamera brachte Erstaunliches zutage. Trotz der nicht optimalen Bildqualität kann man alles deutlich erkennen. Es war also kein Hirngespinst.

Wir von der Redaktion fragten natürlich sofort beim  Vorsitzenden und anerkannten Wolpertinger-Sachverständigen Dieter Schmidt vom Wolpertinger-Verein nach. Auch dort war man zunächst überrascht, meinte aber, dass es sich hier um eine ähnliche Entwicklung wie bei vielen ursprünglichen Wildtieren (z.B. Tauben) handelt, die lernen, menschliche Siedlungen mit ihren Bequemlichkeiten auch für sich selbst zu nutzen. Und dass so ein warmer, gemütlicher Vorraum angenehmer ist als bei winterlicher Kälte und pfeifendem Sturm den Elementen zu trotzen, ist auch für uns nachvollziehbar.

©Vielen Dank an die Wolpertinger-Freunde aus Spiegelau !

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